Forschungsinteressen im Rahmen der Dissertation

Im Rahmen der Dissertation Sehnsucht nach Illusion? Klassische japanische Traumlyrik aus geschlechts­spezifischer und literaturgeschichtlicher Perspektive befasste ich mich mit der klassischen japanischen Literatur mit Fokus auf die Poesie, wobei mich insbesondere Geschlechterkonzeptionen, Topoi, intertextuelle Bezüge zur chinesischen Poesie sowie Rezeptionsmechanismen interessierten.

 


Abstract der Dissertation

Der Traum ist ein zentrales Motiv der klassischen japanischen Lyrik, dessen Analyse aufschlussreiche Erkenntnisse über Gesellschaft und geschlechtsspezifische Kommunikationsmuster der Heian-Zeit geben. Mittels textimmanenter Untersuchungen habe ich die lange Zeit in der japanischen Literaturwissenschaft und Literaturrezeption beliebte – und insbesondere bei der Erforschung von Frauenliteratur übliche – biographische Textdeutung der klassischen japanischen Traumdichtung dekonstruiert und auf die gesellschaftliche Marginalisierung der Frauen in der Heian-Zeit zurückgeführt. Anhand einer literaturhistorischen Kontextualisierung des Traummotivs, wobei dieses bis in die chinesische Poesie zurückverfolgt wurde, anhand von Vergleichen zwischen von Frauen und Männern verfassten Traumgedichten sowie mittels intertextueller Untersuchungen von Prä- und Posttexten, habe ich das Bild der passiv wartenden Frau, die ihre unerfüllte Liebe in der Welt des Traums sucht, als Mythos entlarvt und aufgezeigt, dass es sich bei der lyrischen Umsetzung des Traummotivs um einen stark stilisierten Topos handelt, der gleicherweise in von Frauen wie von Männern verfassten Gedichten als fiktionales Stilmittel betrachtet werden muss, mit dem bewusst eine Ästhetik der Verzweiflung geschaffen wurde.

 

PDF Dissertation